Wie sah Gaza vor einem Jahrhundert, also in vorzionistischer Zeit, aus? Der Theologieprofessor Max Löhr schrieb dazu 1907 in seinem Werk „Volksleben im Lande der Bibel“:
„Manche Siedlung ist von der Küste vollständig abgeschlossen, wie zum Beispiel Gaza, das, ungefähr eine Stunde vom Meer entfernt, in keiner Weise den Eindruck einer Seestadt macht, überhaupt nicht, trotz seiner 30 000 Einwohner, den einer Stadt, sondern vielmehr einer großen Gartenkolonie gleicht. Oliven, Orangen und vor allem Datteln gedeihen hier infolge reichlichen Grundwassers vortrefflich; aber auch Aprikosen, Feigen, Granatäpfel, Sykomoren und allerlei Gemüse werden angebaut.“
1989, als von einer Hamas-Herrschaft im Gazastreifen noch nicht die geringste Rede sein konnte, musste die Journalistin und Politologin Ivesa Lübben dagegen feststellen:
„1967 besetzten die Israelis das Gebiet. Die Palästinenser führten vier Jahre lang einen erbitterten Guerilla-Krieg gegen die neuen Herren, der schließlich von Ariel Scharon niedergeschlagen wurde. Tausende von Palästinensern wurden deportiert oder verhaftet, die Häuser ihrer Familien in die Luft gesprengt.
Der Gaza-Streifen gleicht heute einem riesigen Gefängnis, eingegrenzt von Stacheldraht und Mittelmeer. Es gibt kein Entrinnen.“
gregorbrand - 8. Jan, 14:50