Zeitgeschehen

Montag, 28. April 2008

Ehrenvolle Innovationskraft

Das vergleichsweise kleine Deutschland gehört seit Jahrzehnten zu den führenden Exportnationen und hat sich mehrfach sogar an die Spitze dieser ehrenvollen Liste gesetzt. Ehrenvoll ist sie auch deshalb, weil sie nicht nur einen außerordentlich hohen ökonomischen, sondern auch wissenschaftlich-technischen Leistungsstand zum Ausdruck bringt. Ohne eine bewundernswert große Zahl von Spitzenleistungen der Intelligenz wäre eine solche Position weder zu erreichen noch zu halten.

Diese Höchstleistung ist um so anerkennenswerter, als sie auf eigenen Kräften beruht. Das ist vor wenigen Tagen noch einmal deutlich geworden: Bei der von den USA vorgelegten Liste von Staaten, die geistiges Eigentum verletzen, ist Deutschland nicht zu finden:
http://www.newsdaily.com/stories/n25382000-usa-piracy-report/

Dagegen gehören Staaten wie China, Indien und Israel zur Spitzengruppe derjenigen, denen massive Verletzungen von geistigem Eigentum vorgeworfen werden. Den USA entstehen dadurch jährlich Schäden von über 30 Milliarden Dollar. Da man sicher davon ausgehen kann, dass die urheberrechtsfeindlichen Angehörigen dieser Staaten ihre Aktionen nicht nur gegen die USA richten, sollten sie natürlich auch von deutscher Seite aufmerksam beobachtet werden. Gerade das Entdecker- und Entwicklerland Deutschland ist durch seine in Jahrhunderten bewährte Innovationskraft auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts Angriffspunkt derjenigen, die wenig Respekt vor geistigem Eigentum haben.

Sonntag, 20. April 2008

Antipolygamismus und amerikanischer Justizterror

Es ist erschreckend, wie unkritisch und bisweilen sogar hetzerisch-hysterisch in den vergangenen Wochen das rechtsstaatswidrige und rechtsstaatsunwürdige Vorgehen der amerikanisch-texanischen Behörden im Fall der so genannten Polygamistensekte „Fundamentalistische Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ von Teilen der deutschen Medien dargestellt wird. Da wurde lediglich aufgrund eines angeblichen Anrufs einer - Wochen später immer noch nicht ermittelten und identifizierten! - angeblichen Jugendlichen eine Großrazzia gestartet, bei der Hunderte von weinenden Kindern gewaltsam von ihren Müttern und Vätern getrennt und „in staatliche Obhut“ gebracht wurden. Dabei ist weder der auslösende angebliche Missbrauch in diesem Einzelfall bewiesen noch gar generell vor Gericht geklärt worden, dass all diese Kinder in Gefahr waren. Man braucht nur ein Mindestmaß an Menschenkenntnis zu haben, um zu begreifen, dass durch diese unverhältnismäßigen staatlichen Gewaltakte den Kindern und ihren Eltern mit Sicherheit tief traumatische Erlebnisse zugefügt werden. Das barbarische und menschenrechtsverletzende Vorgehen der US-Behörden bei dieser Aktion steht anerkannt menschenrechtswidrigen staatlichen Kindeswegnahmen, wie sie früher etwa gegenüber australischen Aborigines üblich waren, an Unrechtmäßigkeit nicht nach und müsste eigentlich schärfste Proteste nach sich ziehen. Statt dessen schreibt beispielsweise die FAZ, die noch zu den positiven Erscheinungen bei dieser Berichterstattung gehört, zu einem Foto dieser Kinder naiv und verharmlosend euphemistisch: „Die von der Sekten-Ranch in Texas befreiten Kinder und Jugendlichen sind nun in staatlicher Obhut“. Angesichts eines gewaltsamen Familienauseinanderreißens auf bloßen Verdacht hin und ohne jede überzeugende Grundlage und in Anbetracht von massenhafter hoheitlicher Kindesentführung und Kindesentziehung von „Befreiung“ zu reden, zeugt allerdings auch von bemerkenswerter Oberflächlichkeit und Uneinfühlsamkeit gegenüber dem Schicksal der beteiligten Kinder und Eltern.

Etwa zur gleichen Zeit, wo Kinder einer kleinen Glaubensgemeinschaft ihren verzweifelten Eltern weggenommen werden, ohne dass – um es noch einmal zu betonen - bei all diesen Wegnahmen auch nur ein einziger Fall gerichtlich überprüft, geschweige denn nachgewiesen ist, wird vom gleichen Staat das Oberhaupt einer Großkirche, die für vieltausendfachen nachgewiesenen Kindesmissbrauch durch offizielle Vertreter ihrer Religion bekannt und verantwortlich ist, mit höchsten Ehren vom frömmelnden Kriegspräsidenten empfangen. Würde die amerikanische Justiz gegenüber der katholischen Kirche die gleichen - zu missbilligenden! - Maßstäbe und Methoden anwenden wie gegenüber den mormonischen Polygamisten, dann hätte sie längst deren Priesterseminare schließen müssen.

Dienstag, 5. Februar 2008

Hillary Clinton: Politikerin für den Krieg und gegen die Wahrheit

Der gewissenhafte und sehr sachkundige amerikanische Politologe Stephen Zunes hat in einem jüngeren seiner vielen lesenswerten Beiträge zur amerikanischen Außenpolitik Hillary R. Clinton zu Recht gewissermaßen eine notorische Lügnerin genannt.
In dem Artikel: "Hillary Clinton Lies again about Iraq"
http://www.commondreams.org/archive/2008/02/02/6802/
dokumentiert er ihre Falschaussagen zum Irak vor und nach dem 2. Irak-Krieg.

Die Tatsache, dass ein Politiker mehrfach die Unwahrheit gesagt hat, wäre an sich vielleicht noch nicht besonders erwähnenswert, wenn es hier nicht um ein Geschehen ginge, dass weit mehr als eine Million Menschenleben gefordert hat sowie Hunderttausende Verstümmelter und für ihr Leben Gezeichneter. Hillary Clinton, die gerade heute im FAZ-Feuilleton in recht lächerlicher Weise gefeiert wird, hat nicht nur für den unsinnigen und verbrecherischen zweiten Irak-Krieg gestimmt und ihn propagiert, sondern hat auch die Irak-Politik ihres Mannes unterstützt, der in den Neunziger Jahren Hunderttausende irakischer Kinder zum Opfer fielen.

Man kann nur hoffen, dass die Amerikaner dem Clinton-Ehrgeiz endlich den verdienten Dämpfer verpassen.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Die einflussreichsten Amerikaner

Von den 100 mächtigsten und einflussreichsten US-Amerikanern sind mehr als die Hälfte Juden. Dies geht aus der aktuellen Top 100 - Liste hervor, die von der Zeitschrift "Vanity Fair" veröffentlicht wurde. Ein ganz außerordentlicher politisch-soziologischer Umstand, wenn man bedenkt, dass der jüdische Anteil an der Gesamtbevölkerung der USA nur 2, 5 Prozent ausmacht. Ein jüdischer Kommentar zu dieser Situation im mächtigsten Staat der Erde findet sich hier: http://www.jewishworldreview.com/joe/aaron101007.php3

Was ist nun der Grund für diesen übermächtigen Einfluss? Sind Juden durchschnittlich intelligenter? Viele Daten und Untersuchungen sprechen dafür, auch wenn diese Annahme von einigen, etwa von dem jüdischen Literaturwissenschaftler Sander L. Gilman ("Die schlauen Juden"), bereits als Ausdruck von Antisemitismus gesehen wird. Wenn man den extrem überproportionalen Einfluss nicht auf höhere Intelligenz zurückführen dürfte, darf man ihn dann mit größeren Fleiß, stärkerem Ehrgeiz oder besseren ökonomischen Voraussetzungen begründen? Wäre das dann aber nicht mindestens ebenso eine Form von Antisemitismus? Die politische Korrektheit schreibt vor, dass Juden auf keinen Fall schlechter, aber auch nicht besser sein dürfen als andere. Angesichts einer solchen Einstellung bleibt wohl nur als Erklärung: Es ist Zufall. Gibt es aber eine absurdere und unbefriedigendere Erklärung?

Gregor Brand - Aphoristiker & Philosoph

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