Religion

Sonntag, 4. Mai 2008

Jüdischer Schöpfungsnihilismus

Der von - vor allem deutschen - Christen so gern angeführte Gedanke des Bewahrens der Schöpfung ist überwiegend kein jüdischer oder biblischer Gedanke. Zu Recht schreibt Prof. Daniel Krochmalnik in seinem Beitrag „Variationen zum Anfang in der jüdischen Tradition“ (Zeitschrift für Ideengeschichte, Sommer 2007, S. 45 – 61) zur Einstellung der Rabbinen: „Wie wenig ihnen die Schöpfung an und für sich bedeutet, zeigen jene Lehren, die den Fortbestand der Schöpfung an die Bedingung der Gesetzesannahme knüpfen. …eine Existenzberechtigung erhält die Schöpfung nur, wenn sie sich nachträglich durch das Gesetz rechtfertigt und durch Gesetzesgehorsam bewährt.“ Damit wird nicht nur der Schöpfung nihilistisch ein eigenständiger Wert abgesprochen, sondern ihr Bestand wird sogar von der dauernden Existenz des Judentums abhängig gemacht. Würden die Juden ihr Judentum aufgeben und damit den Gesetzesgehorsam verletzen, so mag nach dieser biblischen Perspektive die Welt ruhig untergehen. Juden könnten also mit Berufung auf diese rabbinische Sicht konsequent sagen: Nach uns die Sintflut.

Krochmalnik betont, dass das Desinteresse an der Naturhaftigkeit der Schöpfung zur Grundstruktur des rabbinischen Denkens gehört: „Die Schöpfung interessiert nicht als Naturereignis …, sondern als natur- oder besser kreaturrechtliche Präambel zum Gesetz.“ Bei dieser Einschätzung hätte er sich auf das Konzept des „halachischen Menschen“ von Joseph Baer Soloveitchik (1905 – 1993) berufen können, der sich in genau dem gleichen Sinn geäußert hat. Insofern ist es auch kein Wunder, dass das naturwissenschaftliche Interesse des alten talmudischen rabbinischen Judentums auf Medizin und Astrologie/Astronomie beschränkt war, wie Prof. G. Veltri in seinem Aufsatz über „ Theoretical and Empirical Sciences in Rabbinic Judaism“ (Jewish Studies Quarterly, Vol. 5, 1998, Nr. 4, S. 300 – 317) hervorhebt. Diese beiden Wissensbereiche waren diejenigen, die für die Befolgung des Gesetzes bedeutungsvoll waren.

Wenn – wie vor allem im 20. Jahrhundert – jüdische Wissenschaftler wichtige und wichtigste Beiträge zu vielen Naturwissenschaften liefern, so wandeln sie damit ideengeschichtlich grundlegend stärker auf nichtjüdischen-heidnischen Pfaden als auf orthodox jüdischem Weg: Sie folgen - zum Glück! - Aristoteles und Archimedes, nicht Moses und den Propheten.

Dienstag, 15. April 2008

Herrenwort

Wenn Benedikt XVI. Jesus zitiert, nennt er dessen Aussprüche gern – wie so viele deutschsprachige Christen vor und neben ihm - „Herrenworte“. Der traditionelle Ausdruck scheint ihm zu gefallen. Auch wenn er mit sanfter Stimme spricht oder mit nur leiser Bestimmtheit schreibt, steht er allerdings als Papst in der Nachfolge vieler Vorgänger, die mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln oft erfolgreich dafür gesorgt haben, dass die jesuanischen Herrenworte vor allem auch als Machtworte erlebt wurden: Millionen erfuhren noch bis ins 20. Jahrhundert hinein Herrenworte als Gewaltworte christianisierender Herrenmenschen. Mir gefällt der Ausdruck „Herrenwort“ aus diesem Grund noch weniger als der Begriff „Damenwort“, mit dem Christen im Grunde auch die allzu wenigen überlieferten Sätze Mariens bezeichnen könnten.

Mittwoch, 2. April 2008

Rabe und Rabbiner

In mittelalterlichen und frühneuzeitlichen deutschen Dokumenten heißt es manchmal "der Rabe", wenn von einem Rabbiner die Rede ist.
Ob die christlichen Schreiber dabei auch an den klugen schwarzen Vogel dachten, der ihren germanisch-heidnischen Vorfahren heilig war? Ob bei ihren zwiespältigen Empfindungen gegenüber den geheimnisvollen jüdischen Wissenden auch Bruchstücke des paganen Wissens um die düstere Sakralität des Wodansvogels eine Rolle spielte?

Dienstag, 1. April 2008

Tägliches Brot und langes Leben

Papst Benedikt XVI. zitiert in seinem Buch „Jesus von Nazareth“ im Zusammenhang mit der Vaterunser-Bitte um das tägliche Brot zustimmend aus der Schrift Cyprians „De dominica oratione“. Cyprian schreibt darin, dass es für den Jünger Christi nicht angebracht ist, um mehr als das für einen Tag Ausreichende zu beten: „Es wäre für ihn ja auch widersprüchlich, lange in dieser Welt zu leben zu wollen, da wir doch darum bitten, dass das Reich Gottes bald komme.“ Cyprian betont – in Übereinstimmung mit den meisten der frühen christlichen Autoren - , dass es dem Christen verboten ist, sich um das Morgen zu kümmern.

Muss man nicht froh sein, dass sich dieser urchristliche Gedanke der verbotenen Vorsorge, der auch von Jesus selbt mehrfach ausgesprochen und in den folgenden Jahrhunderten von Theologen tausendfach wiederholt wurde, in der Praxis nur selten durchgesetzt hat? Wo wäre die Menschheit, wenn sie sich christlich verhalten und wirklich nicht um das Morgen gekümmert hätte? Sie wäre längst im Nichts der Evolution und im Nichts Gottes untergegangen. Wäre das schlimm? Vielleicht nicht für die vielen Christen, die sowieso nichts von der Evolution und den Gesetzen des Lebens und Überlebens hören wollen, wohl aber für all die anderen, die wissen, dass sie Teil des Lebens sind und die dies auch nach Kräften bleiben wollen. Vordenken und Vorsorgen gehört zum gesunden Menschsein und keine Erwartung eines baldigen Himmelsreichs ändert daran etwas – zumal das Nichtvorausdenken in Erwartung des Reiches Gottes eben auch nur eine spezielle Art des Vorausplanens und Voraushandelns ist.

Joseph Ratzinger meint an dieser Stelle auch, es müsse in der Kirche immer Menschen geben, die alles verlassen, um dem Herrn nachzufolgen. Abgesehen davon, dass er damit die radikale cyprianische Forderung an alle Christen abmildernd auf eine an eine winzige Minderheit von besonders Frommen verkürzt, offenbart sich auch an dieser Stelle wieder das Bild eines alles beanspruchenden, eifersüchtigen Gottes. Einen Herrn aber, der will, dass man seinetwegen alles verlässt – müsste man den nicht – logischerweise – ebenfalls verlassen?

Sonntag, 30. März 2008

Gleichheit vor Gott

Zu den am wenigsten überzeugenden Argumenten gehört die Folgerung und Forderung, Menschen deswegen gleich zu behandeln, weil sie vor Gott gleich seien. Abgesehen davon, dass die Existenz Gottes ohnehin ungewiss ist, weiß kein Mensch genau, was Gott „denkt“ und wer wirklich vor ihm gleich ist. Wer glaubt, die alle Gesetze transzendierenden Gedanken Gottes zu kennen, befindet sich auf dem hölzernen Irrweg der Hybris. Und selbst wenn man wüsste, dass vor Gott alle Menschen gleich sind – wie soll man von da aus zu der Schlussfolgerung kommen, auch vor dem Menschen alle Menschen gleich zu behandeln? Immerhin muss jedem, der an Gott glaubt, klar sein, dass zwischen diesem und dem Menschen Welten und Aberwelten liegen. Schon die alten Römer wussten überdies: Quod licet Iovi, non licet bovi.

Wie gleich oder ungleich Menschen zu behandeln sind, kann für Menschen nur eine menschliche Frage sein, die nach irdischen Kriterien so oder anders zu entscheiden ist. Sich dabei auf die angebliche Gleichheit vor Gott zu berufen, ist ein verfänglicher und nicht überzeugender Trick politischer Theologie.

Sonntag, 4. November 2007

Die ägyptischen Wurzeln des Judentums

Paul de Lagardes Bemerkungen zu den Juden in seinem auch von Hitler gelesenen Werk „Deutsche Schriften“ enthalten neben absurden Vorurteilen auch einige bemerkenswerte Feststellungen, in denen sich Lagardes außerordentliche orientalistischen Kenntnisse spiegeln. So schreibt er, ein halbes Jahrhundert vor Sigmund Freuds berühmter Moses-Schrift über die nach Kanaan eindringenden Israeliten:

„Die Eindringlinge selbst sind nichts weniger als nur semitischen Ursprungs: ihr Führer, Moses, ohne Zweifel ein Ägypter: der Stamm der Leviten, auf welche dieser Führer sich und seine Verfassung stützte, ebenfalls Ägypter, welche, höherer Bildung und alter Kultur Erben und bewußte Träger, die semitischen Horden, mit denen zu ziehen sie irgendwelche Veranlassung gehabt hatten, lenkten, sittigten und unterwarfen."

Diese These von der ägyptischen Herkunft von Moses und den Leviten ist erst in jüngster Zeit durch Prof. Joseph Davidovits in seinem Buch „La Bible avait raison“ mit interessanten Argumenten wiederholt und neu begründet worden. Wenn sowohl Lagarde als auch Davidovits recht haben, dann spricht viel dafür, dass ein beträchtlicher Teil der heutigen Juden nicht nur Nachkommen der von Lagarde überheblich so bezeichneten „semitischen Horden“ sind, sondern auch direkte Nachfahren altägyptischer Pharaonen und altägyptischer Nobilität.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Heidnische Philosophie und die angebliche Hetze gegen das Christentum


Religiöse oder mit einer bestimmten Religion sympathisierende Menschen empfinden leicht jede hartnäckige Kritik an ihrer Religion als „Hetze“. Diese Kritik an ihrer Religion mag noch so sachlich vorgetragen und noch sehr mit belegbaren Argumenten gestützt sein – sie wird, wie Christentumskritiker von Diderot bis Drewermann und Deschner vielfach erfahren mussten, allzu schnell mit dem abwertenden Begriff der „Hetze“ verbunden – wobei dann, wenn es um Kritik an der jüdischen Religion geht, allzu schnell der ohnehin inflationär verwendete Vorwurf des Antisemitismus hinzukommt. Auf diese angebliche Hetze wird dann von den sich getroffen Fühlenden oft grob unsachlich und mit mehr oder minder verhüllter Aggressivität reagiert.

Ein derartiges Beispiel liefert die verzerrende Darstellung der heidnisch geprägten Philosophie Ernst Bergmanns, wie sie in einer jüngeren sächsischen wissenschaftlichen Arbeit veröffentlicht ist. Der 1969 in Leipzig geborene Carsten Heinze hat in einer 2001 an der Universität Leipzig angenommenen und im gleichen Jahr als Buch veröffentlichten Dissertation über „Die Pädagogik an der Universität Leipzig in der Zeit des Nationalsozialismus 1933 – 1945“ auch ein Kapitel über den vor dem 2. Weltkrieg in Leipzig lehrenden Ernst Bergmann geschrieben. Bergmann war zwar Philosoph und insofern kein Pädagoge von Berufs wegen, aber er hat sich, wie Heinze richtig erkannt hat, ausführlich auch mit pädagogischen Fragestellungen befasst. Dabei spielten für ihn einerseits konkrete Aspekte von Erziehung und Unterricht eine Rolle – zum Beispiel die Frage des Religionsunterrichts oder der Koedukation - , aber weit intensiver beschäftigten ihn grundsätzliche Überlegungen zur Entwicklung des Menschen.

An dieser Stelle will ich aber nicht auf diese Auffassungen eingehen, die bei Bergmann stark von der – grundsätzlich in ihrer Wichtigkeit richtig erkannten – genetischen Komponente der Bildung geprägt sind. Das bergmannsche Bildungskonzept verlangt jedenfalls eine weit vertieftere Beschäftigung, als sie Heinze vorgelegt hat. Vor allem aber erfordert sie eine sachliche Auseinandersetzung, die sich nicht schon vom damals zwar üblichen, aber heute oft als roh empfundenen Vokabular abschrecken lässt und schon bei Begriffen wie „Eugenik“ verstandabschaltend zusammenzuckt. Vielmehr erscheint es nötig, wieder einmal auf die sachlich falsche und diffamierende Darstellung hinzuweisen, die heutzutage gang und gäbe ist, wenn es um Persönlichkeiten geht, die mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht werden oder gebracht werden sollen. Dabei scheint sich Heinze selbst nicht im Klaren zu sein, wie er in dieser Hinsicht mit Bergmann verfahren soll. Auf der einen Seite unterstellt er diesem eine „lückenlose Ausrichtung auf die nazistische Weltanschauung ...die selbst von führenden Nazi-Ideologen nicht übertroffen wurde“ , um gleich im nächsten Satz aber darauf hinzuweisen, dass Bergmanns Konzeption „von den kanonisierten Grundlagen der nazistischen Weltanschauung abwich“. Leider fehlt jeder Hinweis darauf, worin denn diese angeblichen kanonisierten Grundlagen bestanden haben und wann und wo diese Kanonisierung erfolgt sein soll. Natürlich gibt es in Wirklichkeit keine kanonisierte nationalsozialistische Weltanschauung. Die häufig als nationalsozialistische Ideologen benannten Männer – von Rosenberg über Baeumler, Krieck, Heidegger bis zu Erich Jaensch und anderen – haben teilweise sehr unterschiedliche Auffassungen vertreten, von Hitler, Himmler, Goebbels und anderen Parteiführern ganz zu schweigen. Ernst Bergmann glaubte zwar, dass der Nationalsozialismus in manchen wichtigen Punkten richtig lag, aber seine Philosophie ist grundsätzlich vom Nationalsozialismus völlig unabhängig - was sie natürlich noch nicht notwendigerweise überzeugend macht.

Carsten Heinze polemisiert gegen den von ihm unverstandenen, vermutlich nur fragmentarisch gelesenen und jedenfalls grundlegend missverstandenen Ernst Bergmann mit phrasenhaften und inhaltlich falschen Sätzen: „Dabei ergab sich Bergmann einem vulgären, schematischen Naturalismus, der die Grundlage seiner obskuren Theorie bildete. Aus diesem Naturalismus speiste er seine Hetze gegen das Christentum, die Reduzierung des Menschen auf seine Triebe ...“ Von einer derartigen Reduzierung kann in Wahrheit bei Bergmann keine Rede sein. Sein Naturalismus war nicht nicht vulgärer oder schematischer als die philosophischen Überlegungen eines Parmenides, Aristoteles, Schelling, Bradley oder von wem auch immer. Und antichristliche Hetze? Bergmann hat sich über Jesus, den mutmaßlichen Begründer des Christentums, an vielen Stellen voller Hochachtung geäußert. Über die Verehrung der Muttergottes fand er, der als Protestant aufwuchs, kein negatives Wort. Sicherlich hat er das Christentum als eine fremde und schädliche Macht empfunden und beschrieben – aber ist das schon Hetze?

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Prophetie und Antiphilosophie

Richard Dawkins spricht in seinem Buch „Der Gotteswahn“ vom Gott des Alten Testamentes – und damit vor allem vom jüdischen Gott – als einem „psychotischen Übeltäter“. Diese drastische Charakterisierung lässt gewiss viele, die seit ihrer Kindheit gewöhnt sind, von Gott als „liebem Gott“ zu reden und an diese Vorstellung tiefe positive Emotionen knüpfen, zusammenzucken und in mehr oder minder lautem Protest aufschrecken.

Interessant erscheint mir in diesem Zusammenhang die Charakterisierung, die Rabbiner Leo Baeck (1873 – 1956) von den von ihm bewunderten und als religiöse Genies bejubelten Propheten Israels gegeben hat. In seinem apologetischen Werk „Das Wesen des Judentums“ betont er, dass diese Propheten keine Männer des Denkens und der Reflexion waren. Die jüdischen Propheten waren vielmehr geradezu Antiphilosophen, Antiwissenschaftler, Antigelehrte:

„Keine Philosophie und keine Theologie wollen sie bieten, weder um scharfsinnige Beweisführung noch um eine gelehrte Lösung religiöser Probleme ist es ihnen zu tun. Nichts ist das Ergebnis irgend welcher Forschung.“

Leo Baeck fasst das Auftreten dieser seltsamen Männer so zusammen:

„Nicht sie reden, sondern eine höhere, übermächtige Gewalt redet in ihnen.“

Angesichts dieser Zwanghaftigkeit kann es letztlich nicht verwundern, wenn ein solches unreflektiertes und unreflektierendes Reden, das von Baeck wie von vielen anderen Juden und Christen immer noch glorifiziert wird, von kritischeren und neutraleren Betrachtern hin und wieder mit einem Begriff wie „psychotisch“ verbunden wird.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Richard Dawkins und die vergessenen Deutschen

Dawkins erwähnt im Zusammenhang mit seiner Diskussion des Themas „Glaube und Homosexualität“ den britischen Mathematiker Alan Turing und bezeichnet ihn zusammen mit John von Neumann als Anwärter für den Titel „Vater des Computers“. Nicht nur Deutsche, sondern auch allgemein Informiertere der Technologiegeschichte des 20. Jahrhunderts werden an dieser Stelle den Namen des Berliners Konrad Zuse vermissen, dem der Titel „Vater des Computers“ wohl mit dem größten Recht gebührt. Die Nichterwähnung Konrad Zuses ist symptomatisch für die Außerachtlassung wichtiger deutscher geistiger Beiträge. Dies gilt gerade auch für die Bereiche Bibelkritik, kritischer Bibelwissenschaft und Religionskritik. Weder Feuerbach noch Schopenhauer, weder Nietzsche noch Haeckel kommen bei Dawkins vor und natürlich schon gar nicht der Psychologe Franz Buggle, der vor einigen Jahren in seinem Buch „Denn sie wissen nicht, was sie glauben“ entscheidende Aussagen von Dawkins vorweggenommen hat. Der Trierer Karl Marx, vermutlich der einflussreichste moderne Atheist und Religionskritiker überhaupt, wird ledigleich als Gegenstand von Hitlers Tischgesprächen erwähnt - nebenbei bemerkt ein erstaunliches Detail der Geistesgeschichte des frühen 21. Jahrhunderts.

Die Nichtbeachtung deutscher intellektueller Leistungen durch Dawkins spiegelt vermutlich das geringe allgemeine Ansehen deutscher Denker im angelsächsischen Raum. Derjenige Deutsche, der bei Dawkins noch die größte Beachtung findet, ist - natürlich möchte man fast sagen – Adolf Hitler. Dieser Umstand ist wie manches andere ein klarer Hinweis auf zahlreiche unnötige Mängel, die dem Buch von Dawkins anhaften – wenn es vielleicht auch gerade diese Ungenauigkeiten und Unterlassungen sind, die einen beträchtlichen Anteil an seinem kommerziellen Erfolg haben.

Richard Dawkins und der jüdische Gott

Richard Dawkins äußert sich in seinem erfolgreichen Buch „Der Gotteswahn“ mit extremer verbaler Aggresivität gegenüber dem „Gott des Alten Testamentes“. Mit selbstbewusster Sicherheit - oder besser: der Überheblichkeit des im Grunde unkundigen und unverständigen Wissenschaftlers - vertritt er die Auffassung, dass dieser Gott „die unangenehmeste Gestalt in der gesamten Literatur“ ist. Er nennt Jahwe widerwärtig, böse und grausam und versucht diese Ansicht mit Beispielen zu belegen, die aber in erster Linie nur zeigen, dass er keine Lust hat, die geschilderten Phänomene geistesgeschichtlich, religionswissenschaftlich und kulturell zu verstehen.

Gregor Brand - Aphoristiker & Philosoph

null

Impressum:

© 2007 by Gregor Brand
Am Denkmal 4
24793 Bargstedt/Holstein (Germany)
www.gregorbrand.com

Aktuelle Beiträge

Adorno und das Ressentiment
Zu den schändlichen Schauspielen, die Adorno,...
gregorbrand - 13. Mai, 14:26
Kulturphilosophie und...
„Kulturphilosophie als Wort finden wir nicht...
gregorbrand - 8. Mai, 09:28
Erdphilosophen
Auch wer sich über die fernsten Galaxien oder...
gregorbrand - 7. Mai, 09:55
Hermann Cohen und Ernst...
Hermann Cohen war einer derjenigen jüdischen...
gregorbrand - 6. Mai, 11:46
Jüdischer Schöpfungsnihilismus
Der von - vor allem deutschen - Christen so gern angeführte...
gregorbrand - 4. Mai, 22:44

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Aphorismen
Carl Schmitt
Der Philosoph Ernst Bergmann
Eifel
Erich R. Jaensch
Ernst Jünger
Goethe
Hermann Cohen
Humanität
Intelligenz
Kulturkritik
Lyrik
Medien
Religion
Rezensionen
Zeitgeschehen
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren