Jüdischer Schöpfungsnihilismus
Der von - vor allem deutschen - Christen so gern angeführte Gedanke des Bewahrens der Schöpfung ist überwiegend kein jüdischer oder biblischer Gedanke. Zu Recht schreibt Prof. Daniel Krochmalnik in seinem Beitrag „Variationen zum Anfang in der jüdischen Tradition“ (Zeitschrift für Ideengeschichte, Sommer 2007, S. 45 – 61) zur Einstellung der Rabbinen: „Wie wenig ihnen die Schöpfung an und für sich bedeutet, zeigen jene Lehren, die den Fortbestand der Schöpfung an die Bedingung der Gesetzesannahme knüpfen. …eine Existenzberechtigung erhält die Schöpfung nur, wenn sie sich nachträglich durch das Gesetz rechtfertigt und durch Gesetzesgehorsam bewährt.“ Damit wird nicht nur der Schöpfung nihilistisch ein eigenständiger Wert abgesprochen, sondern ihr Bestand wird sogar von der dauernden Existenz des Judentums abhängig gemacht. Würden die Juden ihr Judentum aufgeben und damit den Gesetzesgehorsam verletzen, so mag nach dieser biblischen Perspektive die Welt ruhig untergehen. Juden könnten also mit Berufung auf diese rabbinische Sicht konsequent sagen: Nach uns die Sintflut.
Krochmalnik betont, dass das Desinteresse an der Naturhaftigkeit der Schöpfung zur Grundstruktur des rabbinischen Denkens gehört: „Die Schöpfung interessiert nicht als Naturereignis …, sondern als natur- oder besser kreaturrechtliche Präambel zum Gesetz.“ Bei dieser Einschätzung hätte er sich auf das Konzept des „halachischen Menschen“ von Joseph Baer Soloveitchik (1905 – 1993) berufen können, der sich in genau dem gleichen Sinn geäußert hat. Insofern ist es auch kein Wunder, dass das naturwissenschaftliche Interesse des alten talmudischen rabbinischen Judentums auf Medizin und Astrologie/Astronomie beschränkt war, wie Prof. G. Veltri in seinem Aufsatz über „ Theoretical and Empirical Sciences in Rabbinic Judaism“ (Jewish Studies Quarterly, Vol. 5, 1998, Nr. 4, S. 300 – 317) hervorhebt. Diese beiden Wissensbereiche waren diejenigen, die für die Befolgung des Gesetzes bedeutungsvoll waren.
Wenn – wie vor allem im 20. Jahrhundert – jüdische Wissenschaftler wichtige und wichtigste Beiträge zu vielen Naturwissenschaften liefern, so wandeln sie damit ideengeschichtlich grundlegend stärker auf nichtjüdischen-heidnischen Pfaden als auf orthodox jüdischem Weg: Sie folgen - zum Glück! - Aristoteles und Archimedes, nicht Moses und den Propheten.
Krochmalnik betont, dass das Desinteresse an der Naturhaftigkeit der Schöpfung zur Grundstruktur des rabbinischen Denkens gehört: „Die Schöpfung interessiert nicht als Naturereignis …, sondern als natur- oder besser kreaturrechtliche Präambel zum Gesetz.“ Bei dieser Einschätzung hätte er sich auf das Konzept des „halachischen Menschen“ von Joseph Baer Soloveitchik (1905 – 1993) berufen können, der sich in genau dem gleichen Sinn geäußert hat. Insofern ist es auch kein Wunder, dass das naturwissenschaftliche Interesse des alten talmudischen rabbinischen Judentums auf Medizin und Astrologie/Astronomie beschränkt war, wie Prof. G. Veltri in seinem Aufsatz über „ Theoretical and Empirical Sciences in Rabbinic Judaism“ (Jewish Studies Quarterly, Vol. 5, 1998, Nr. 4, S. 300 – 317) hervorhebt. Diese beiden Wissensbereiche waren diejenigen, die für die Befolgung des Gesetzes bedeutungsvoll waren.
Wenn – wie vor allem im 20. Jahrhundert – jüdische Wissenschaftler wichtige und wichtigste Beiträge zu vielen Naturwissenschaften liefern, so wandeln sie damit ideengeschichtlich grundlegend stärker auf nichtjüdischen-heidnischen Pfaden als auf orthodox jüdischem Weg: Sie folgen - zum Glück! - Aristoteles und Archimedes, nicht Moses und den Propheten.
gregorbrand - 4. Mai, 22:43