Gespräche mit Hitler
Der Publizist Frank A. Meyer hat unter der Überschrift „Deutschland, einig Laberland“ in der jüngsten Ausgabe des Magazins „Cicero“ einen Beitrag veröffentlicht, in dem er die angebliche Laberkultur des deutschen Fernsehens „auf allen Kanälen“ kritisiert. Er nimmt Eva Hermans Äußerungen zur Wertung von Familie und Mutter zum Anlass, den deutschen Journalisten von Beckmann über Christiansen bis Jauch und Maischberger pauschal vorzuwerfen, die „deutsche Schreckensgeschichte“ zu verharmlosen und darüber hinwegzupalavern, und er lamentiert über die – angeblich - zunehmende Nichtbeachtung der political correctness.
Der in der Schweiz lebende Meyer will es sich nicht nehmen lassen, die deutschen Journalisten an political correctness und erneuter Verdammung der NS-Vergangenheit zu überbieten und sie damit auf dem allerbequemsten Weg überholen. Der bequemste Weg: Denn was ist auch heute noch, wie seit langem schon, billiger, angepasster, unkritischer und unproblematischer, als sich öffentlich als Kritiker der deutschen Vergangenheit aufzuführen und aufzuregen?
Meyer geht sogar inhaltlich auf Eva Hermans umstrittene Bemerkungen ein. Er zitiert, ohne freilich die Quelle für das Zitat zu nennen, Hitler und kommt aufgrund dieser angeblichen Hitlersätze zu dem – natürlich von vornherein feststehenden - vernichtenden Fazit zu Hitlers Familienpolitik: „Also Dressur statt Erziehung, Partei statt Familie, Gebärmaschinen statt Mütter.“
Vielleicht wusste Meyer gut, warum er nicht seine Quelle für das angebliche Hitler-Zitat genannt hat. Es stammt nämlich aus dem Elaborat „Gespräche mit Hitler“, welches das frühere NSDAP-Mitglied Hermann Rauschning veröffentlichte und das seit etlichen Jahren schon von der historischen Forschung als dubiose Fälschung anerkannt ist. Der ehrgeizige Rauschning, der sich vom Nationalsozialismus abwandte, nachdem sich seine Ambitionen in Danzig nicht erfüllten, erfand hochstaplerisch zahlreiche Gesprächstreffen mit Hitler. Er konstruierte darin nicht ungeschickt ein Hitler-Bild, wie man es in den USA – wohin Rauschning schließlich emigrierte – nur allzu gern hören wollte.
Was sagt es über die intellektuelle Qualität Meyers aus, wenn er sich – klammheimlich und hinterlistig – auf diesen Rauschning bezieht, statt auf die vielen zuverlässig dokumentierten tatsächlichen Äußerungen Hitlers zu Familie und Mutter? Das hätte allerdings zur Folge gehabt, dass sich sein Gerede von „Gebärmaschine“ als eben das entlarvt hätte, was es ist: vorurteilsvolles Geschwätz.
Wenn es, wie Meyer behauptet, typisch ist für „Deutschlands Medien-Elite“, „ahnungslos schwatzend“ daherzuplaudern, dann hat er sich selbst mit seinem Beitrag für diese Medien-Elite bestens qualifiziert.
Der in der Schweiz lebende Meyer will es sich nicht nehmen lassen, die deutschen Journalisten an political correctness und erneuter Verdammung der NS-Vergangenheit zu überbieten und sie damit auf dem allerbequemsten Weg überholen. Der bequemste Weg: Denn was ist auch heute noch, wie seit langem schon, billiger, angepasster, unkritischer und unproblematischer, als sich öffentlich als Kritiker der deutschen Vergangenheit aufzuführen und aufzuregen?
Meyer geht sogar inhaltlich auf Eva Hermans umstrittene Bemerkungen ein. Er zitiert, ohne freilich die Quelle für das Zitat zu nennen, Hitler und kommt aufgrund dieser angeblichen Hitlersätze zu dem – natürlich von vornherein feststehenden - vernichtenden Fazit zu Hitlers Familienpolitik: „Also Dressur statt Erziehung, Partei statt Familie, Gebärmaschinen statt Mütter.“
Vielleicht wusste Meyer gut, warum er nicht seine Quelle für das angebliche Hitler-Zitat genannt hat. Es stammt nämlich aus dem Elaborat „Gespräche mit Hitler“, welches das frühere NSDAP-Mitglied Hermann Rauschning veröffentlichte und das seit etlichen Jahren schon von der historischen Forschung als dubiose Fälschung anerkannt ist. Der ehrgeizige Rauschning, der sich vom Nationalsozialismus abwandte, nachdem sich seine Ambitionen in Danzig nicht erfüllten, erfand hochstaplerisch zahlreiche Gesprächstreffen mit Hitler. Er konstruierte darin nicht ungeschickt ein Hitler-Bild, wie man es in den USA – wohin Rauschning schließlich emigrierte – nur allzu gern hören wollte.
Was sagt es über die intellektuelle Qualität Meyers aus, wenn er sich – klammheimlich und hinterlistig – auf diesen Rauschning bezieht, statt auf die vielen zuverlässig dokumentierten tatsächlichen Äußerungen Hitlers zu Familie und Mutter? Das hätte allerdings zur Folge gehabt, dass sich sein Gerede von „Gebärmaschine“ als eben das entlarvt hätte, was es ist: vorurteilsvolles Geschwätz.
Wenn es, wie Meyer behauptet, typisch ist für „Deutschlands Medien-Elite“, „ahnungslos schwatzend“ daherzuplaudern, dann hat er sich selbst mit seinem Beitrag für diese Medien-Elite bestens qualifiziert.
gregorbrand - 28. Sep, 10:23