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    <title>Gregor Brand - Liber Philosophicus : Rubrik:Goethe</title>
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    <dc:publisher>nornepygge</dc:publisher>
    <dc:creator>nornepygge</dc:creator>
    <dc:date>2009-08-22T09:44:36Z</dc:date>
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    <title>Gregor Brand - Liber Philosophicus</title>
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  <item rdf:about="http://gregorbrand.twoday.net/stories/5872374/">
    <title>Kiffen und Ankiffen</title>
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    <description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;
In den vergangenen Tagen ist mir gewissermaßen zweimal das Wort kiffen begegnet, wobei es weder in dem einen noch in dem anderen Fall etwas mit Drogen zu tun hatte. Zuerst las ich bei einer französischen Facebook-Freundin den  an ihre kleine Tochter gerichteten  liebevollen Satz: &quot;Je te kiffe!&quot; Mittlerweile ist das hier von Johanna Marx Bansard verwendete und aus dem Arabischen stammende Wort als Verb kiffer mit der Bedeutung lieben, sehr mögen zumindest in die französische Umgangssprache eingedrungen, wo es wohl immer stärker adorer verdrängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Verwendung fand ich bei J. W. Goethe, der in einem Brief an J. G. Herder einmal das Verb ankiffen benutzte, was laut &lt;a href=&quot;http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/gwb/wbgui?position=10589.30&quot;&gt;Goethe-Wörterbuch &lt;/a&gt; so viel wie  jemanden mit scheltenden Worten zurechtweisen, abkanzeln bedeutet und etymologisch dem heute noch gebräuchlichen ankeifen verwandt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch schon früheren Sprachphilosophen wie Wilhelm von Humboldt oder auch J. G. Herder gab es sicherlich öfters zu denken, dass ein im Grunde gleicher oder doch sehr ähnlicher Laut einmal etwas Negatives, in einer anderen Sprache dagegen etwas Positives ausdrücken kann. Dies spricht zunächst dafür, dass gleiche Laute nicht bei allen Menschen die gleichen Empfindungen hervorrufen, aber ich halte es für möglich und sogar wahrscheinlich  halte, dass dies bei gewissen uralten  also evolutionär verwurzelten - Grundlauten doch hin und wieder der Fall ist.&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>gregorbrand</dc:creator>
    <dc:subject>Goethe</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 gregorbrand</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-11T20:19:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://gregorbrand.twoday.net/stories/5870641/">
    <title>Goetheanische A-Wörter</title>
    <link>http://gregorbrand.twoday.net/stories/5870641/</link>
    <description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;
Ich habe aus vielerlei Gründen vor Johann Wolfgang Goethe größte Hochachtung, unter anderem auch wegen seines überaus großen Wortschatzes, der wiederum in engstem ursächlichem Zusammenhang mit seiner Höchstintelligenz und seinem Wissensdrang steht. Wenn man sich diesen goetheanischen Wortschatz - wahrlich ein wahrer Schatz! - näher anschaut, fällt schnell auf, dass er viele seltene und viele heute ungebräuchliche Begriffe enthält. Das bedeutet nun, dass fast jeder sein Wissen und seine kristallisierte Intelligenz allein schon dadurch deutlich vergrößern könnte, dass er der Bedeutung von Goethe verwendeter Worte nachgeht. Aber ist das Leben nicht zu kurz für solche elitären Sperenzien? Ich bin sicher: Die richtige Antwort auf diese Frage ist in mindestens einem der rund 90 000 Goethe-Wörter verborgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um einen Eindruck von dem eigentümlichen Wort- und Geistesschatz dieses Altdeutschen zu bekommen, will ich hier &lt;i&gt;einen ganz kleinen Ausschnitt &lt;/i&gt;aus seinen A-Wörtern präsentieren. Ich gehe dabei von den auf dieser Seite gesammelten Auflistung aus: &lt;br /&gt;
www.goethe-wortschatz.de/index.php?c=Goethe-Wörterbuch&amp;sc=Goethe-Wörter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese habe ich ergänzt um ein paar weitere beispielhafte Ausdrücke aus dem für die ganze Thematik maßgeblichen Goethe-Wörterbuch, das mehr als eines Blickes wert ist:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/gwb/wbgui&quot;&gt;http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/gwb/wbgui&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede dieser goetheanischen Vokabeln ist ein erhaltenswürdiges Geschöpf aus einer größeren Welt als sie den weitaus meisten Menschen bekannt ist. Die hiesige Auflistung beginnt mit einem geradezu güntergrassen Ausdruck und endet mit einem Wort, das nicht nur in der von Goethe ungeliebten, aber respektierten Mathematik eine große Rolle spielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aalschlachten Aasgrube Abbadona Abbestellen Abbestellung Abbeten Abbé-Tracht Abbezahlen Abbiegen Abbieten Abbildungspunkt Abbinden Abbitte Abbitten Abblättern Abblätterung Abbläuen Abbleichen Abbleuen  Abblühen Abborgen Abböschen Abbranlieren Abbraten Abbrechen Abbrechung Abbrennen Abdal Abdication abduften Abendasche Abepachter Aberglaube abfeimen Abfindungsquantum abgedroschen abgeschlappt abgesteilt Abgötterei Abgrundsding Abklatsch abkneipen Abläder abmüßigen Abolition Abracadabra abrascheln abrauchen Abrégé abschatten Abschiedshauch abschnellen abschnurren Abschreiber Absein Absolutist Abstich abstrus Absud absurditas abteufen Abtuung Abudantia abwallen abweifen Abwürfling Abyssinien Abzugsrösche Accouchieranstalt accusieren ach Achates Acheron Achromasie Achseltragen Achtelsregion Achtserklärung Adagium adamantin Addendum adiaphor adiposus Adjudikationsschein Adjunctum Adjuto Adlerei Admet Adminiculum Admissibiltät Admonition Adoptionsinstrument Adramelech Adrastea adversarius Advokatenstreich Aeneas aequivocus Aerarium aereus Aërolithenhaufen aevum Affabilität Äffchen Affektation Affenliebe Affiche Affirmation Afterrede Agave Aggregat Ägiditag Agioteur Agitation Ahasverus ahndevoll Ahndungsgeist Aisance Aischroskop ajustieren Akademie Akanthstaude akkomodieren Akkordarbeit akmh Akroterion Aktenbrei Aktie Aktrice Akyanoblepsie Akzeleration Alabaster Alchimistenfamilie aldobrandinisch Alimentationsquantum Alkmene All allbedingend Allbuntbesternte Allegat Allegorie Allegro Alleinigkeitslehre alleinseligmachend allerdurchlauchtigst Allerweltslandstraße Allgemeingeist Allgesang Allheit Allherzerweiternde alliebend alligieren Allodialherrschaft Allotria Allumfasser Allusion Alluvion Allvater allwaltend Almanachsritter Alraun Altan Altarscheue Altdeutschelei Alteration altertümeln Ältervater Altesse Altgeselle Altheidnischgesinnte Altochse altshandysch Altvordern Alveole Alzebric Amadis Amalgamation Amama Amant Amanuensis Amaryllis Amausa ambieren Ambrosia Ambrosiana Ameisenbemühung Amentum Amerika Amethyst Ameublement Amiant Ammazzament Ammeister Ammonshorn Amoroso Amortisationsfonds Amphibol amphigurisch Amphiktyonen Amran Amtsverweser Ämulation amykläisch Anachoret Anaglyphik Anagramm Anakatastasis Anakreon Analekten Analogie Analyse Anamorphose Ananas Anarchie Anastomose Anatolier Anatomiker anbannen Anbeter Anbiß Anchises Andachtswonne Andalusit andichten Andünstung anduten Anekdotenjagd Anemometer Anfrischung Anfuge Angantyr Angebung Angesang Anglanz Anglomanie angrinsen Anherkunft anherzaubern anhoffen anhuppen Anhydrid Animalisation animos Anisbau ankiffen ankirren anklecken ankörnen ankritzeln Anleitsherr anliebeln anlispeln Anmaßer Anmutung Annäherungsbrille Annalist annotieren Annuaire Anodynum Anonymus anpaaren anquarken Anschauung anscheinen anschielen anschmausen anschmunzen anschnurren anschwärzen Anspänner Anstand Ansteckhölzchen anstinken Anstößer ansturen Antagonist antarktisch antastlich antatschen Antäus antediluvianisch Antepirrhema Anteros Antherenstaub Anthropologie anthropomorphosieren antianarchisch antibaconisch Antichrist Antieulerianer Antigone Anti-Hegel Antihydorist Antiidentiker Antikaglien Antikchen antikisieren Antiklassiker Antilochus Antimonialstufe Antinewtonianismus Antinouskopf antiphlogistisch Antipode Antiquitätenkrämer antisexualistisch Antistes Antithese Antizipationsschein antoninisch antöten Antraigues *antrillern antrompeten antrum Anwünschung Anyten Aoide Äolipile Äolsharfe apanagieren Aperçu apex Apfelschimmel Aphelium Aphorismus Aphrodite Aplomb apokalyptisch apokryphisch apoldaisch Apoll Apolog Apologie Apophthegma Apophyse apoplektisch Apostelamt Apostrophe Apotheose Apparenz Appellant Appendix Apperzeption Applikation Appostzettel Approbation Approximation appuyieren Aprilsnarr apyrisch Aquatinta Äquator Arabeske Arafat Archädämon Architectonicus architektisch Archivexpedition Ardinghello Area Argonauten argutieren Arianer Aristeia Arkadiapatent Arkanum arktisch Armatole Armaturstück Armendeputation Armesünderstühlchen Armillarsphäre Armsinn Arnauten Arrak Arrestant Arrieregarde Arsis Artefakt Artigkeit Artikulationsfläche Äschel Aschenkrug Aschenzieher Asen Askalaphus Asmodi Aspersion Asphaltsee Asphodeloswiese Aspic aspirieren Asprian Assaraton Assassine assekurieren Assens Assiduität Assiette Assimilation Assistentendeputat Assoziation Asteriskus asthenisch Ästhetik ästimabel Asträa astralisch Astrologie astronomisch Asymtote atembar Äther atlassen Atmosphärilien Atomisterei Atossa Attachement Attitüde Attraktionstheorie Attrappe Auditeur aufblinzen aufborgen aufbrämen Aufflug aufgrünen aufhaschen aufhöhen Aufklärung Aufmutung aufmutzen aufplumpen aufrauschen Aufschnapper aufschnopern Aufschößling aufstutzen aufzacken Augboden Auge Augenblatt Augenblicksverhältnis Augenblitz Augendienerei Augenerscheinung Augengespenst Augenschmaus Augenstrahl Augentrost Augitglimmer Augpunkt Aura Aureole Auripigment Aurora ausantworten ausbalgen ausbangen ausbeuteln ausbossieren ausdünsten ausersinnen ausgären ausgebären Ausgeburt ausgegeistet ausgepicht ausgrübeln ausjammern ausklatschen ausknirschen auskrammen auslallen auslauern Auslegungslust ausmisten ausmitteln ausmünzen ausparieren Auspizien Ausputzer ausquälen ausreuten ausschattieren ausschmälen außersinnlich außerweltlich außerzeitig Aus sich Schöpfen aussieden ausspotten ausstochern Austerität Austernkollation austun auswanderungslustig ausweifen auszischen Autochthonenmenge Autodidaxie Autokratie Automat Autormagen Autorwesen Auxiliar Avanie Avantgarde Aversionalquantum Avertissement Avisbrief Axiom&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>gregorbrand</dc:creator>
    <dc:subject>Goethe</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 gregorbrand</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-10T20:59:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://gregorbrand.twoday.net/stories/5838933/">
    <title>Goethes Zeit</title>
    <link>http://gregorbrand.twoday.net/stories/5838933/</link>
    <description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;
Ich habe schon lange nichts mehr über Goethe geschrieben. Aber es eilt ja auch nicht. Goethe hat sich alle Zeit der Ewigkeit erarbeitet.&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>gregorbrand</dc:creator>
    <dc:subject>Goethe</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 gregorbrand</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-23T07:15:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://gregorbrand.twoday.net/stories/4491396/">
    <title>Goethe und die Forstwirtschaft</title>
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    <description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;
Als meine Mitschüler und ich 1974 in Prüm, etwa ein Jahr vor unserem Abitur, vom Klassenlehrer Edgar Klauk gefragt wurden, was wir denn nach dem Abitur machen wollten, gab ich als mein Wunschstudium das der Forstwissenschaft an. Auch wenn sich mein weiterer Lebensweg bekanntlich anders entwickelt hat, freue ich mich doch, dass eine von mir so außerordentlich geschätzte Persönlichkeit wie Goethe ebenfalls ein großes Interesse an forstlichen Fragen besaß. Goethe hielt von der Forstwirtschaft so viel, dass er sogar meinte, es verdiene von jedem gekannt zu werden, wie das Forstwesen eingerichtet und erhalten werde. Würde man diese vernünftige goetheanische Ansicht beachten, so läge es natürlich nahe, forstwirtschaftliche Grundsätze und Waldgrundwissen in den Schulen nicht nur  wenn überhaupt!  ganz nebenbei zu behandeln, sondern zu einem wichtigen Bestandteil des Unterrichts zu machen. Sicher wäre es nicht zum Nachteil der globalen Lebensbedingungen, wenn solche Forst- und Waldkunde in pädagogisch angemessener Weise weltweit Kindern und Jugendlichen vermittelt würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe nahm für sich selbst die Bedeutung der Wälder auch insofern ernst, als er den zahlreichen Begegnungen mit Forstmeistern und Forstmännern großen Raum in seinem Leben gegeben hat. Günter Schulz nennt in seinem Buch über Goethe und die bäuerliche Welt die Namen zahlreicher Forstleute, mit denen Goethe sich über Holzkultur und Waldbau ausgetauscht hat und mit aufmerksamen Sinnen durch Wälder gewandert und geritten ist. Zu seinen Forstfreunden zählte auch der weimarische Forstmeister Heinrich von Cotta, der bis weit ins außerdeutsche Ausland hinein höchstes Ansehen genoss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sympathisch ist mir die Zuneigung Goethes gerade zu den einheimischen  in seinem Fall den weimarischen  Gewächsen, von denen er einmal in seiner eigenartig ausdrucksstarken Sprache nennt die Nadelhölzer aller Art, mit ernstem Grün und balsamischem Duft, Buchenhaine von freudigem Anblick, die schwankende Birke und das niedere, namenlose Gesträuch.  Wie seine Freundin, die Herzogin Anna Amalia, waren Goethe Aufforstungen besonders wichtig. Anna Amalia bedauerte, dass ihr Schwiegervater seiner Baulust wegen weite Flächen hatte abholzen lassen; sie beauftragte den thüringischen Oberforstmeister von Lengefeld mit der Prüfung von Möglichkeiten zur Korrektur dieser Waldschädigungen. Carl Christoph von Lengefeld  in Safranskis Schillerbiographie fälschlich Hans Christoph genannt  war nicht nur Schillers Schwiegervater, sondern vor allem ein herausragender Forstwirt. Durch seine praktische und wissenschaftliche Tätigkeit hat er sich den Ruf erworben, den Deutschen ihre Wälder gerettet zu haben. Wenn an dieser Charakterisierung auch nur ein wenig Wahres ist, dann muss man ihn unbedingt zu den  großen Deutschen zählen.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dieser Elite der Deutschen zählt auch der studierte Zoologe Ernst Jünger, dessen forstliches Interesse nicht kleiner war als das Goethes und in dessen literarischem Werk das Begriffsfeld des Waldes sogar eine größere Bedeutung einnimmt als bei dem Dichterfürsten. Während der Olympier Goethe seinen Sinn vornehmlich  wenn auch nicht ausschließlich - auf das Erbauende und Förderliche des Waldes gerichtet hat, hat Jünger allein schon mit der Figur des Oberförsters auch die andere, dunkle Seite der Wälder verewigt.&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>gregorbrand</dc:creator>
    <dc:subject>Goethe</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 gregorbrand</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-28T22:51:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://gregorbrand.twoday.net/stories/4467950/">
    <title>Goethe und die naturnahe Umwelt</title>
    <link>http://gregorbrand.twoday.net/stories/4467950/</link>
    <description>&lt;div align=&quot;justify&quot;&gt;
Marcel Reich-Ranicki, der große Literaturkritiker, hat in seinem Leben viel von und über Goethe gelesen, wie man es von einem deutschen Literaturkritiker erwarten muss und wie sich in vielen seiner Veröffentlichungen zu Goethe dokumentiert. Trotz der seltenen Intensität dieser Beschäftigung hat er vermutlich nie nähere Kenntnis genommen von einem Buch, das für einen wichtigen Aspekt von Goethes Leben und Werk bedeutsam ist: von dem von Günter Schulz während der Zeit des Dritten Reichs verfassten vierhundertseitigen Opus Goethe und die bäuerliche Welt. Die ländlichen Grundlagen seines Denkens. Neben dem Titel, der einem urbanem Goethe-Verehrer schon bedenklich erscheinen kann, wird sicherlich auch der Erscheinungsort neben Reich-Ranicki manch anderen vom Lesen dieses verdächtig anmutenden Werkes abgehalten haben: Es ist erschienen im Verlag Blut und Boden in der Reichsbauernstadt Goslar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Werk ist auch heute noch für jeden, der sich mit dem besonderen Genius Goethes befassen will, lesenswert. Es trägt überaus zahlreiche bäuerliche Hinweise aus Goethes Veröffentlichungen und Leben zusammen und zeigt die ungewöhnlich innige Anteilnahme des Frankfurters - dessen väterlicher Urgroßvater noch thüringischer Dorfhufschmied war - am ländlichen und bäuerlichen Leben. Goethe interessierte sich bis in Einzelheiten und Spezialfragen hinein für Fragen der Landwirtschaft, mag es sich um Ackergerätschaften, Viehseuchen, Düngung durch Pferche, Wiesenverbesserungen, die Art des Pflügens, Bodenverbesserungen, Viehzucht und vieles mehr halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bemerkenswert scheinen mir die Belege dafür zu sein, wie sehr Goethe für seine eigene geistige Produktion auf eine ländliche Umgebung angewiesen war. Schulz fasst seine Untersuchungen dazu so zusammen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Goethes geistige Arbeit war an eine einfache und naturnahe Umwelt gebunden. Die naturnahe Umwelt war und blieb seinem geistigen Schaffen Grundbedingung und Fördernis.&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schulz weist - neben vielen weiteren Belegen - darauf hin, dass Goethe ohne äußeren Zwang zwischen 1817 und 1822 über dreihundert Tage in einer morschen Schindelhütte des Botanischen Gartens in Jena wohnte, in deren Erdgeschoß ein Kuhstall, eine Waschküche und Gelasse zur Aufbewahrung von Ackergeräten und landwirtschaftlichen Vorräten sich befanden. In dieser Schindelhütte arbeitete der rund 70-jährige Goethe an bedeutenden literarischen und wissenschaftlichen Publikationen. Abgesehen von diesem besonderen Aufenthaltsort war Weimar, in dem Goethe die meiste Zeit seines Lebens wohnte, zumindest im 18. Jahrhundert ohnehin eine Dorfstadt (Wilhelm Bode), in der viele Menschen noch ausgesprochen bäuerlich lebten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schulz kann sich für seine Einschätzung der grundlegenden Wichtigkeit ländlicher Umgebung auch auf die Einschätzung der klugen Charlotte von Schiller berufen. Sie meinte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;In keinem großen Zirkel, in keiner großen Stadt kann etwas Genialisches entstehen. Denn nur die Einsamkeit und Absonderung kann die Bilder festhalten. Lebte Goethe in einer großen Stadt, so würde er nichts mehr hervorbringen können, des bin ich ganz überzeugt.     &lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn man sich diese These in ihrer Allgemeinheit nicht zu eigen machen kann, so spricht in der Tat viel dafür, dass für Goethe und einen nicht geringen Teil besonders produktiver Menschen eine ländliche und naturnahe Umgebung in der Tat notwendige Voraussetzung ihres Schaffens ist.&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>gregorbrand</dc:creator>
    <dc:subject>Goethe</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 gregorbrand</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-21T12:06:00Z</dc:date>
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