Gedichte
Satan, scheinbar
schönster aller
Engel:
Bist doch nur ein
roter fiktiver
Bengel.
gregorbrand - 26. Sep, 22:32
DASEIN.
DUSEIN.
DESIGN.
gregorbrand - 6. Aug, 09:30
Ich schlurfe geistig
nur noch umher.
Denken fällt mir
jetzt schwer.
Was soll ich da tun?
Ah! Bier holen aus dem Keller.
Schon werden die Schritte
schneller.
gregorbrand - 4. Aug, 00:50
Jede Zeit ist eine Sattelzeit.
Ungeübte Reiter nah und
Esel und Kamele
nicht weit.
gregorbrand - 18. Jul, 23:20
In der Größe der Lüge liegt ein gewisser
Faktor des Geglaubtwerdens.
So zitierte einst ein Bettenfelder
Nachbar zustimmend
Goebbels.
Ich fragte mich: Ist dieses Zitat
wirklich echt?
Längst weiß ich: Neubürger Rudi
hatte jedenfalls
Recht.
gregorbrand - 7. Jul, 23:58
als canetti nach luft
schnappte schnappte
das blut zu
hier lassen sich philosophen eine wohnung bauen
im haus der kastanie von burgunder-
roten blutniederlagen träumen
monothetische mongolen
alles zertretend zerreitend zermarternd
mongolen rötlicher als das rötliche gras
ihrer rötlichen fohlen
widerstand wuchs wie wachs
mein gehirn ist mein gehörn
redet der fühler
kein kopf ist voller
flausenzellen
dem infinitiv einen strick daraus drehen dass er sich nicht beugen lässt
langsamer denken als die polizei erlaubt
infinitivhoch jauchzend, perfektbetrübt
schriftsteller sein: den abzug an die hand halten
vergils canettis werden
jene brachialen stunden als broch brach
das billionenfache des einfachen ist einfach
von bestem adel sein: polygraf statt oligograf
die vergänglichkeit des ewig fliegenden blauen pfeils
mehr zeit zum schreiben
als zum streiten haben wollen:
was menschen unterschiedlich macht
saugen sagen fühlen meinen glauben
zertretene blumen verliebte kinder
die ungleichzeitigkeit der neuronen
grüßt ihre zeit
die von heiligen geheiligten nächte, die von mädchen gemähten tage
ungläubige esel gläubiger genies
in die wellen und wogen
des abendhimmels eintauchen
die tinte der frühen unberührten nacht
weh dem, der gott
aus unserem ewigen
schlaf aufweckt
schon gut: schön gut
der wilde fluss am steilufer der gelassenheit
die kabbala des vogelzugs
vogelflug und vogelfluch
weißwein mit rothaarigen mädchen
blaise pascals ruhelose nächte und unruhige
berechnungen
erfrierender frost
hitze, die an hitzschlag stirbt
blut, das verblutet
vergehen, die vergehen
rauch, der brennt
monochromes edelblut
elysium der nebelmeere
aromen der sprache und das aroma der sprecherinnen
akustische reize taktile strategien
sonnendurchflutete gruft des kosmos
opferdüften düfte opfern
den blick aufschlagen niederschlagen aufsuchen absuchen
lesende dienstmädchen und dienende lesemädchen
voller samen in rausch und rogen
kleider ohne kraft sind nie kleider von heiligen gewesen
die neue inquisition: folterflüstern
gegen entzauberer
aura
au-ra weh-ra oi-ra
pädophobie der antipädophilie
kein gott kommt
ohne sprache
aus
verniedlichung der phänomenologie
phänomenologie der verniedlichung
in jedem wort lebt
DAS ALL DIE ALL DER ALL
das rechtende wort das linkende wort
der falsche fluch der phallsche segen
die rote liste der sprachblumen
die schwarze list der blumensprache
die wertende wunde
werdenden seins
gregorbrand - 4. Jul, 23:39
Mutig ziehen sie
das rost-
rote Schwert
aus ihrem Kinderreich
und schlagen ihre Erinnerungen
windelweich
gregorbrand - 28. Jun, 23:03
Die alte Eifel: Katholisch
waren Mann und Frau.
Fromm war das
ganze Land.
Und doch haben viele Frauen
und Männer selbst mitten
in der Nacht mehr als
einen Weg zur
Seligkeit
gekannt.
gregorbrand - 14. Jun, 22:21
In meiner Jugend gab es keine
vegetarischen Braten.
Da hat der Pfarrer sogar selbst
Eheleuten vergeblich
zur Keuschheit
geraten.
War für eine Zeit!
Was für Taten!
gregorbrand - 14. Jun, 22:17
Tanks and rockets should be named
After great poets.
A nation shouldn’ t be allowed
To have more
Tanks and rockets
Than
Great poets.
gregorbrand - 2. Jun, 23:39