Carl Schmitt, der berühmte Rechtsdenker, dessen Vorfahren überwiegend aus der Eifel stammten und unter dessen Verwandten manche Eifeler Lehrerin war, schrieb am 8. 8. 1914 in sein Tagebuch: „Stolz fuhr ich nach Köln in einem überfüllten Zug, ärgerte mich über ein paar dumme Lehrerinnen aus der Eifel, ging zu Cari.“
Womit mögen diese hochsommerlichen Frauen in den ersten Weltkriegstagen den jungen Juristen geärgert haben? Wir werden es wohl nie wissen. Carl Schmitt notierte interessanterweise am gleichen Tag: „Wie ekelhaft feminin benehmen sich Kluxen und Däubler.“
Zwar waren Däubler, immerhin Schmitts Lieblingsdichter, und Kluxen Männer - und feminine Männer sind etwas ganz anderes als feminine Frauen, doch gibt es bei Schmitt durchaus häufiger Gedanken, in denen er Negatives mit Weiblichem engstens verbindet. So schreibt er am 16. 12. 1913 den bösen Satz:
"Fräulein Schneider zeigte ihr mädchenhafte Verschlagenheit und Scheinheiligkeit." Und doch trägt er auch am gleichen Tag in sein Tagebuch ein: "Ging abends resigniert nach Hause, wurde aber zu meiner Freude von Mädelchen geholt."
Carl Schmitt äußerte sich gerade in diesem Tagebuch, sichtlich angeregt von Otto Weininger, viel über Frauen und Weiblichkeit und, völlig jenseits von Weininger, vor allem sehr viel über seine wie eine Göttin verehrte Cari - die ihn heiratete und bald verließ.
gregorbrand - 13. Feb, 11:53