Dr. George WALDBOTT (1898 - 1982) - ein großer Mediziner des 20. Jahrhunderts


George Waldbott wurde 1898 als drittes und jüngstes Kind der jüdischen Familie des Lehrers Leo Waldbott und dessen Ehefrau Hermine Rosenberger in Speyer/Pfalz geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Speyer, dem Dienst als deutscher Soldat im 1. Weltkrieg und dem Medizinstudium an der Universität Heidelberg wanderte er Anfang der Zwanziger Jahre - wie bereits vorher sein Onkel, der Botaniker Dr. Sigmund Waldbott, sowie sein Bruder Emil Waldbott - in die USA aus. Dort begann er bald, sich als einer der ersten Ärzte speziell der Erforschung und Behandlung allergischer Erkrankungen zu widmen. Er gründete und leitete mehrere Allergiekliniken in Detroit und galt schließlich als einer der führenden Allergieärzte in den USA. Dabei war er sowohl als Arzt, der sich auch intensiv mit Atemwegserkrankungen befasste, als auch als überaus produktiver Wissenschaftler (mit über 200 Veröffentlichungen) tätig. Zahlreiche Krankheitsformen aus dem allergischen Formenkreis wurden von ihm zuerst beschrieben und erforscht. Dr. George Waldbott war unter anderem Präsident des Michigan Branch of the American College of Chest Physicians sowie Vorsitzender des Air Pollution Committee dieser Vereinigung und der American Academy of Allergy.

GeorgeWaldbott
Dr. George Waldbott

In den Fünfziger Jahren wandte George Waldbott zunehmend seine Aufmerksamkeit den biologischen Wirkungen der Fluoride zu. Als Kliniker sowie mit zahlreichen Veröffentlichungen in den wichtigsten Medizinfachzeitschriften wurde er zum international führenden Experten auf dem Gebiet der biologischen Fluoridforschung. Er gründete die International Society for Fluoride Research und gab die maßgebliche wissenschaftliche Zeitschrift in diesem Bereich ("Fluoride") heraus. Jahrzehntelang war er eine führende Persönlichkeit der internationalen Antifluoridierungsbewegung, was ihn in Konflikt brachte mit der einflußreichen chemischen Industrie und Teilen des medizinischen Establishments. Trotz dieser Anfeindungen verlieh ihm die amerikanische Allergologenvereinigung 1977 den renommierten "Award of Merit" für seine Lebensleistung.

George Waldbott hat mehrere bedeutende Bücher veröffentlicht. So präsentierte er in dem Werk "Contact Dermatitis" (1953) eine neue Methode zur Feststellung der Quelle einer allergischen Erkrankung; das Buch wurde schon bald als Klassiker der Allergieforschung angesehen. Originären Charakter hatte auch das Werk "Health Effects of Environmental Pollutants" (2d ed. 1978), das sich als eines der ersten grundlegend mit den medizinischen Auswirkungen von Umweltschadstoffen befasste und in vielen Ländern als Lehrbuch benutzt wurde. Große Beachtung findet auch weiterhin "A Struggle with Titans" (1965), in dem es exemplarisch um den Umgang mit dissidenten Wissenschaftlern geht - ein nach wie vor aktuelles Thema. Was speziell das Thema der Fluoridierung angeht, so ist hier Waldbotts "Fluoridation: The Great Dilemma" (1978) als Werk von zentraler Bedeutung anzusehen.

George Waldbott starb am 17. Juli 1982 im Alter von 84 Jahren.

Mittlerweile wird Dr. George Waldbott nicht nur als einer der frühen maßgeblichen Allergologen, sondern auch als einer der Pioniere der Umweltmedizin gesehen. Hundert Jahre nach seiner Geburt wurden in biographischen Artikeln vor allem seine phänomenale Intelligenz, seine ärztlichen und wissenschaftlichen Fähigkeiten sowie die menschliche Größe seiner Persönlichkeit hervorgehoben. International führende Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten würdigten George Waldbott:

- "einer der wirklich großen Ärzte des Jahrhunderts" (Prof. H. C. Moolenburg)

- "exceptional clinician" (Prof. Susheela)

- "pre-eminent leader in Fluoride research" (Prof. Burgstahler)

Der kalifornische Toxikologe Dr. John R. Lee schrieb, er habe niemals einen brillanteren und intelligenteren Arzt getroffen und charakterisierte Dr. Waldbott folgendermaßen:

"Seinem ruhigen und freundlichen Wesen lag eine stahlharte Intelligenz zugrunde, präzise und logisch, aber angenehm und nicht übersteigert. Sein medizinisches Wissen war ganz außerordentlich ... vielleicht der beste Arzt in den USA..."

Prof. Gene W. Miller:

"Es kommt nicht oft vor im Leben, dass man einen Menschen mit einem derart außerordentlichen Intellekt und einer solchen Leistung begegnet."

Prof. Moolenburgh schloss seine Würdigung Dr. Waldbotts mit den Worten ab:

" George Waldbott has been an enormous blessing in my life and in the lives of many of my patients. I will live in his debt and honor his memory as long as I live."

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