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Israelisches Unrecht

Zu den Israelis, denen man in diesen Tagen des von ihrer Regierung begonnenen heuchlerischen Krieges hohen Respekt zollen muss, gehört der Journalist Gideon Levy. In der Zeitung „Haaretz“ gehören seine gerade im fanatisierten Israel mutigen Beiträge zu den schärfsten Kritiken der völkerrechtswidrigen israelischen "Operation". So z. B. sein Artikel “The time of the righteous”:
http://www.haaretz.com/hasen/spages/1054158.html

Nach seinen Worten erheben Hass und Rassismus in der israelischen Gesellschaft ihre Häupter. Dass er mit dieser betrüblichen und bestürzenden Feststellung Recht hat, kann man auch außerhalb Israels erkennen, wenn man die im Internet zugänglichen israelischen – und leider auch sonstigen jüdischen - Stimmen und Reaktionen registriert.

Was Levy nicht erwähnt: Dass antiarabischer Hass und zionistisches Herrenmenschengefühl von Anfang an bei der Gründung des Staates Israel eine wichtige Rolle spielten. Das belegen mittlerweile zahlreiche Bücher, gerade auch von um Objektivität bemühten israelischen Historikern. Hier wäre etwa aus jüngerer Zeit das umfangreiche Buch von Prof. Benny Morris zu nennen: „The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited“, dessen zweite Auflage 2004 bei der renommierten Cambridge University Press erschienen ist. Darin zitiert er – nur ein Beispiel von vielen – einen Geheimdienstoffizier der jüdischen Haganah zur israelischen Haltung gegenüber den Arabern im Jahr 1948 (meine Übersetzung):

„ Neuerdings hat bei uns die Ansicht die Oberhand gewonnen, dass die Araber nichts sind. ´Jeder Araber ist ein Mörder´, Alle Araber sollten umgebracht werden´, ´Alle Dörfer, die wir erobert haben, sollten abgebrannt werden´.

Der israelische Historiker Tom Segev schildert israelisches Verhalten aus der Zeit der Staatsgründung (Die ersten Israelis, München 2008, S. 89):

„Es gibt viele Berichte über Tausende von Leuten, die zur Inspektion und Identifikation aus ihren Häusern geholt wurden. Vertreter der Militärverwaltung ließen Männer, Frauen und Kinder auf freiem Feld antreten und sie ohne Essen und Getränke und ohne Toiletten stundenlang in der Sonne stehen. Wenn Araber ihr Haus verließen, durften sie die Haustür nicht abschließen, und das Haus blieb unbewacht zurück. Bei ihrer Rückkehr stellten sie oft fest, dass ihnen die Soldaten Haushaltsgegenstände, Schmuck und Geld gestohlen hatten. Diese Dinge passierten wiederholt. Zusammen mit den Ausgangssperren und den für alles erforderlichen Genehmigungen dienten solche Taten dazu, die arabische Bevölkerung einzuschüchtern, zu demütigen und zu quälen.“

So grausam und demütigend solche Aktionen waren, so waren sie doch noch relativ „harmlos“ gegenüber dem viel größeren Unrecht der kolonialistischen Vertreibung der Araber. Prof. Morris fasst am Ende seiner detaillierter historischer Analyse der Vorgänge 1948 im zeitlichen Zusammenhang der Staatsgründung Israels das geschehene empörende Unrecht mit den nüchternen Worten zusammen (S. 589):

„ In this sense, it may fairly be said that all 700,000 or so who ended up as refugees were compulsory displaced or éxpelled´. “

Kurz gesagt: Das palästinensiche Flüchtlingsproblem beruht ebenso wie der israelische Staat auf der massenhaften Vertreibung der einheimischen palästinensischen Bevölkerung - also auf massivem israelischen Unrecht.

Gregor Brand - Aphoristiker & Philosoph

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