Tägliches Brot und langes Leben
Papst Benedikt XVI. zitiert in seinem Buch „Jesus von Nazareth“ im Zusammenhang mit der Vaterunser-Bitte um das tägliche Brot zustimmend aus der Schrift Cyprians „De dominica oratione“. Cyprian schreibt darin, dass es für den Jünger Christi nicht angebracht ist, um mehr als das für einen Tag Ausreichende zu beten: „Es wäre für ihn ja auch widersprüchlich, lange in dieser Welt zu leben zu wollen, da wir doch darum bitten, dass das Reich Gottes bald komme.“ Cyprian betont – in Übereinstimmung mit den meisten der frühen christlichen Autoren - , dass es dem Christen verboten ist, sich um das Morgen zu kümmern.
Muss man nicht froh sein, dass sich dieser urchristliche Gedanke der verbotenen Vorsorge, der auch von Jesus selbt mehrfach ausgesprochen und in den folgenden Jahrhunderten von Theologen tausendfach wiederholt wurde, in der Praxis nur selten durchgesetzt hat? Wo wäre die Menschheit, wenn sie sich christlich verhalten und wirklich nicht um das Morgen gekümmert hätte? Sie wäre längst im Nichts der Evolution und im Nichts Gottes untergegangen. Wäre das schlimm? Vielleicht nicht für die vielen Christen, die sowieso nichts von der Evolution und den Gesetzen des Lebens und Überlebens hören wollen, wohl aber für all die anderen, die wissen, dass sie Teil des Lebens sind und die dies auch nach Kräften bleiben wollen. Vordenken und Vorsorgen gehört zum gesunden Menschsein und keine Erwartung eines baldigen Himmelsreichs ändert daran etwas – zumal das Nichtvorausdenken in Erwartung des Reiches Gottes eben auch nur eine spezielle Art des Vorausplanens und Voraushandelns ist.
Joseph Ratzinger meint an dieser Stelle auch, es müsse in der Kirche immer Menschen geben, die alles verlassen, um dem Herrn nachzufolgen. Abgesehen davon, dass er damit die radikale cyprianische Forderung an alle Christen abmildernd auf eine an eine winzige Minderheit von besonders Frommen verkürzt, offenbart sich auch an dieser Stelle wieder das Bild eines alles beanspruchenden, eifersüchtigen Gottes. Einen Herrn aber, der will, dass man seinetwegen alles verlässt – müsste man den nicht – logischerweise – ebenfalls verlassen?
Muss man nicht froh sein, dass sich dieser urchristliche Gedanke der verbotenen Vorsorge, der auch von Jesus selbt mehrfach ausgesprochen und in den folgenden Jahrhunderten von Theologen tausendfach wiederholt wurde, in der Praxis nur selten durchgesetzt hat? Wo wäre die Menschheit, wenn sie sich christlich verhalten und wirklich nicht um das Morgen gekümmert hätte? Sie wäre längst im Nichts der Evolution und im Nichts Gottes untergegangen. Wäre das schlimm? Vielleicht nicht für die vielen Christen, die sowieso nichts von der Evolution und den Gesetzen des Lebens und Überlebens hören wollen, wohl aber für all die anderen, die wissen, dass sie Teil des Lebens sind und die dies auch nach Kräften bleiben wollen. Vordenken und Vorsorgen gehört zum gesunden Menschsein und keine Erwartung eines baldigen Himmelsreichs ändert daran etwas – zumal das Nichtvorausdenken in Erwartung des Reiches Gottes eben auch nur eine spezielle Art des Vorausplanens und Voraushandelns ist.
Joseph Ratzinger meint an dieser Stelle auch, es müsse in der Kirche immer Menschen geben, die alles verlassen, um dem Herrn nachzufolgen. Abgesehen davon, dass er damit die radikale cyprianische Forderung an alle Christen abmildernd auf eine an eine winzige Minderheit von besonders Frommen verkürzt, offenbart sich auch an dieser Stelle wieder das Bild eines alles beanspruchenden, eifersüchtigen Gottes. Einen Herrn aber, der will, dass man seinetwegen alles verlässt – müsste man den nicht – logischerweise – ebenfalls verlassen?
gregorbrand - 1. Apr, 10:49