Gleichheit vor Gott
Zu den am wenigsten überzeugenden Argumenten gehört die Folgerung und Forderung, Menschen deswegen gleich zu behandeln, weil sie vor Gott gleich seien. Abgesehen davon, dass die Existenz Gottes ohnehin ungewiss ist, weiß kein Mensch genau, was Gott „denkt“ und wer wirklich vor ihm gleich ist. Wer glaubt, die alle Gesetze transzendierenden Gedanken Gottes zu kennen, befindet sich auf dem hölzernen Irrweg der Hybris. Und selbst wenn man wüsste, dass vor Gott alle Menschen gleich sind – wie soll man von da aus zu der Schlussfolgerung kommen, auch vor dem Menschen alle Menschen gleich zu behandeln? Immerhin muss jedem, der an Gott glaubt, klar sein, dass zwischen diesem und dem Menschen Welten und Aberwelten liegen. Schon die alten Römer wussten überdies: Quod licet Iovi, non licet bovi.
Wie gleich oder ungleich Menschen zu behandeln sind, kann für Menschen nur eine menschliche Frage sein, die nach irdischen Kriterien so oder anders zu entscheiden ist. Sich dabei auf die angebliche Gleichheit vor Gott zu berufen, ist ein verfänglicher und nicht überzeugender Trick politischer Theologie.
Wie gleich oder ungleich Menschen zu behandeln sind, kann für Menschen nur eine menschliche Frage sein, die nach irdischen Kriterien so oder anders zu entscheiden ist. Sich dabei auf die angebliche Gleichheit vor Gott zu berufen, ist ein verfänglicher und nicht überzeugender Trick politischer Theologie.
gregorbrand - 30. Mrz, 21:42