Donnerstag, 4. November 2010

Gustave Eiffel - Erbauer des Eiffelturms und genialer Ingenieur. Nachfahre eines Lehrers aus Marmagen


Unter den Milliarden Bauwerken der Erde gehört er zu den allerberühmtesten: der Eiffelturm. Für die Pariser Weltausstellung 1889 als 300 Meter hoher Stahlfachwerkturm vollendet, verkörpert der 10 000 Tonnen schwere filigrane Koloss zugleich eine der eindrucksvollsten Leistungen der Ingenieurskunst. Über 200 Millionen Besucher haben sich seit seiner Errichtung persönlich ein Bild von dem Meisterwerk verschafft, das jahrzehntelang das höchste Gebäude des Planeten war, ehe es zunächst vom Chrysler-Gebäude und dann von dem durch das Eifelkind John J. Raskob errichteten Empire State Building abgelöst wurde.

Hat der Eiffelturm etwas mit der Eifel zu tun? Viele Menschen haben sich von der unterschiedlichen Schreibweise irritieren lassen, aber die Frage muss eindeutig bejaht werden. Gustave Eiffel, der zusammen mit seinen Ingenieuren E. Nougier und M. Koechlin die Errichtung des Turms genial ins Werk setzte, war in direkter väterlicher Linie der Nachkomme eines nach Frankreich ausgewanderten Eifelers. Jean-René Bönickhausen hieß dieser Stammvater Gustave Eiffels; er emigrierte Anfang des 18. Jahrhunderts aus Marmagen nach Frankreich, wo er 1734 starb. Sein Nachfahre Gustave war noch als Alexandre Gustave Bönickhausen dit Eiffel (d.h.: „genannt Eiffel“) 1832 in Dijon getauft worden und hatte erst kurz vor Fertigstellung des Eiffelturms den unhandlichen Namen Bönickhausen abgelegt und sich fortan nur noch „Eiffel“ genannt. Nach dem bisherigen genealogischen Wissensstand war der erwähnte Jean René Bönickhausen dit Eiffel ein Sohn des Lehrers Leo Heinrich Bönickhausen, der im späten 17. Jahrhundert in den Eifelorten Aremberg und Marmagen unterrichtete.

Gustave Eiffel, Sohn eines Offiziers und einer wohlhabenden Mutter, interessierte sich schon früh für Wissenschaft, Mathematik und Technik. Mit 23 Jahren war er Chemie-Ingenieur, ein Jahr später lernte er bei einer Eisenbahnfirma den Unternehmer C. Nepveu kennen, der seine ungewöhnliche technische und organisatorische Begabung erkannte und ihn mit verantwortungsvollen Projekten betraute. Bereits 1857 leitete Eiffel zusammen mit P. Rég-nauld den Bau einer über 500 Meter langen Eisenbahnbrücke über die Garonne bei Bordeaux; noch heute trägt die Brücke als „Passerelle Eiffel“ seinen Namen. Nach der bravourösen Durchführung dieser Aufgabe ergaben sich für den jungen Ingenieur weitere Aufträge, die ihn ermutigten, sich 1866 mit einem eigenen Unternehmen selbstständig zu machen. Bald führten zahlreiche Projekte Eiffel und seine Mitarbeiter weit über Frankreich hinaus und begründeten seinen Ruf als einen der führenden Eisen- und Stahlingenieure weltweit. Auf Eiffel gehen weltweit rund 300 Bauprojekte zurück, die meist neue technische und ästhetische Maßstäbe setzten: Viadukte in Frankreich, Bahnhöfe und Eisenbahnbrücken in Ungarn, Südamerika oder Vietnam und vieles mehr. Eiffels Name ist zudem nicht nur mit dem Bau des Panamakanals verbunden, sondern auch mit der Errichtung der amerikanischen Freiheitsstatue. Für dieses äußerst symbolträchtige Denkmal entwickelte sein Unternehmen das anspruchsvolle Trägersystem.

Auch nach dem Bau eines Hauptwerks, des Eiffelturms, blieb Eiffel höchst aktiv. Allerdings konzentrierte er sich nach erheblichen privaten Rückschlägen im Zusammenhang mit Finanzaktionen mit Erfolg zunehmend auf die theoretischen Grundlagen technischer Neuerungen. Produktiv bis ins hohe Alter, verstarb Gustave Eiffel hochbetagt als 91-Jähriger und wurde an Silvester 1923 in Paris ehrenvoll beigesetzt.

Etwas weniger dauerhaft als Eiffels körperliche Konstitution und seine Konstruktionen erwies sich der Familienname „Eiffel“. Aus Gustaves Ehe mit Marie Gaudelet waren zwar fünf Kinder hervorgegangen, aber nur einer der beiden Söhne heiratete und auch unter dessen Nachkommen überwogen die Töchter. Aber gerade Eiffels weibliche Nachkommen sorgten dafür, dass es auch jetzt noch zahlreiche leibliche Abkömmlinge des eifelstämmigen Geschlechts gibt – und einige führen „Eiffel“ immerhin noch als zweiten Familiennamen. An der Richtigkeit von Gustaves Entscheidung, sich „Eiffel“ zu nennen, besteht jedenfalls kein Zweifel. Nach Auffassung mancher Sprachforscher bedeutet „Eifel“ ursprünglich so viel wie „Eisenland“. Und welcher Name könnte besser zum Leben und Werk des großen Franzosen passen, den sein Biograph François Poncetton treffend „Magier des Eisens“ nannte?

Bedingung jeglicher Kultur

Kultur gibt es nur da, wo jeder Prometheus auf einen Contrametheus trifft.

Vulkangott Jahve


Jahve war "sicherlich ein Vulkangott", meinte Freud. Dann ist es kein Wunder, dass er sich in der Eifel wohlfühlt.

Gregor Brand - Aphoristiker & Philosoph

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