Bradley Burston und die Monsterisierung des Feindes
Es gibt böse und grausame Menschen, aber es nicht gut, wenn sie nur noch als „Monster“ gesehen und damit entmenschlicht werden. Noch schlimmer und für das menschliche Zusammenleben gefährlicher ist es, wenn nicht individuelle Menschen aufgrund spezieller Taten, sondern pauschal ganze - religiös, politisch, ethnisch oder sonstwie definierte - Gruppen als Monster dämonisiert und angegriffen werden.
Einen aktuellen, wenn auch wahrlich nicht originellen Vorgang solcher pauschalen Monsterisierung präsentiert Bradley Burston, Kolumnist der israelischen Zeitung „Haaretz“. In seinem Beitrag "The Jihadi as Nazi, from 9/11 to Mumbai“ (http://haaretz.com/hasen/spages/1042960.html) " offenbart er, dass er nach der grausamen Ermordung mehrerer Juden in Bombay (Mumbai) zu der Erkenntnis gekommen ist, dass die islamischen Fundamentalisten (Jihadi) Monster seien. Monster – also das Schlimmste, was es gibt– : kein Wunder, dass nach dieser Gleichung Jihadi=Monster sofort auch die weitere Gleichsetzung Jihadi=Nazi erfolgt. Ein Argument dafür, dass die Jihadi Monster seien, findet Burston darin, dass sie angeblich ihrerseits alle Juden als Monster ansehen. Ich bezweifle, dass diese reziproke Monsterisierung irgendetwas Gutes bewirkt und irgendein positives Resultat zeigt. Das Ergebnis ist vielmehr gegenseitige maximale verbale und gedankliche Aggressivität, der unausweislich entsprechend aggressive Taten folgen.
Zur burstonschen Monsterargumentation gehört es, dass Monster, die Israel und die Juden bedrohen, damit zugleich auch der ganzen Welt feind sind. Dieses Argumentationsmuster findet man im politischen Zusammenhang regelmäßig auch im Zusammenhang mit der Iran-Diskussion. So gab der frühere israelische Botschafter Avi Primor in einer deutschen Talk-Show zum Besten, dass die iranische Atomrüstung nicht nur Israel bedrohe, sondern alle Länder. Chile, Neuseeland, Russland, Island, die Schweiz, China, Zimbabwe und viele Staaten andere werden sich freuen, wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass sie vom Iran bedroht werden.
Burston meint, die Nazis – das mythisch gewordene Paradebeispiel für Monster - hätten alle Völker gehasst. Die historische Genauigkeit gebietet es darauf hinzuweisen, dass die Nationalsozialisten weder das schwedische noch das norwegische, ungarische, slowakische, isländische, japanische, indische, italienische, irische, kroatische oder tibetische Volk gehasst haben - um nur diese Beispiele zu nennen.
Nicht nur an diesem Beispiel Burstons sieht man: Wer bestimmte Kollektive zu Monstern erklärt, will es mit den Fakten nicht so genau nehmen.
Einen aktuellen, wenn auch wahrlich nicht originellen Vorgang solcher pauschalen Monsterisierung präsentiert Bradley Burston, Kolumnist der israelischen Zeitung „Haaretz“. In seinem Beitrag "The Jihadi as Nazi, from 9/11 to Mumbai“ (http://haaretz.com/hasen/spages/1042960.html) " offenbart er, dass er nach der grausamen Ermordung mehrerer Juden in Bombay (Mumbai) zu der Erkenntnis gekommen ist, dass die islamischen Fundamentalisten (Jihadi) Monster seien. Monster – also das Schlimmste, was es gibt– : kein Wunder, dass nach dieser Gleichung Jihadi=Monster sofort auch die weitere Gleichsetzung Jihadi=Nazi erfolgt. Ein Argument dafür, dass die Jihadi Monster seien, findet Burston darin, dass sie angeblich ihrerseits alle Juden als Monster ansehen. Ich bezweifle, dass diese reziproke Monsterisierung irgendetwas Gutes bewirkt und irgendein positives Resultat zeigt. Das Ergebnis ist vielmehr gegenseitige maximale verbale und gedankliche Aggressivität, der unausweislich entsprechend aggressive Taten folgen.
Zur burstonschen Monsterargumentation gehört es, dass Monster, die Israel und die Juden bedrohen, damit zugleich auch der ganzen Welt feind sind. Dieses Argumentationsmuster findet man im politischen Zusammenhang regelmäßig auch im Zusammenhang mit der Iran-Diskussion. So gab der frühere israelische Botschafter Avi Primor in einer deutschen Talk-Show zum Besten, dass die iranische Atomrüstung nicht nur Israel bedrohe, sondern alle Länder. Chile, Neuseeland, Russland, Island, die Schweiz, China, Zimbabwe und viele Staaten andere werden sich freuen, wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass sie vom Iran bedroht werden.
Burston meint, die Nazis – das mythisch gewordene Paradebeispiel für Monster - hätten alle Völker gehasst. Die historische Genauigkeit gebietet es darauf hinzuweisen, dass die Nationalsozialisten weder das schwedische noch das norwegische, ungarische, slowakische, isländische, japanische, indische, italienische, irische, kroatische oder tibetische Volk gehasst haben - um nur diese Beispiele zu nennen.
Nicht nur an diesem Beispiel Burstons sieht man: Wer bestimmte Kollektive zu Monstern erklärt, will es mit den Fakten nicht so genau nehmen.
gregorbrand - 4. Dez, 20:56